








Nach einer Privataudienz bei Papst Franziskus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer "Entgleisung aus den Leitplanken der sozialen Marktwirtschaft" gewarnt. Die Wirtschaft sei eigentlich dafür da, "dass sie den Menschen dient", sagte Merkel bei ihrem Besuch in Rom. Dies sei jedoch "in den vergangenen Jahren längst nicht überall der Fall gewesen". Die "Regulierung der Finanzmärkte" sei "unsere zentrale Aufgabe", sagte Merkel, als sie auf Kritik des Papstes an der Macht der Finanzmärkte angesprochen wurde.
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat sich gegen die geplante Ansiedlung der Expertenkommission für die Endlagersuche beim Bundestag gewandt. Lammert sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er werde sich für eine entsprechende Änderung des Entwurfs für das Endlagersuchgesetz einsetzen. Die Umweltorganisation Greenpeace will die Kommission einem Bericht zufolge boykottieren.
Nach dem Inkrafttreten der Homo-Ehe in Frankreich fordern die Grünen die Freigabe der Abstimmung zum Bundesratsentwurf für gleichgeschlechtliche Eheschließungen. "Nach der Entscheidung unseres französischen Nachbarn ist es Zeit, dass auch Deutschland sich gesellschaftspolitisch ins 21. Jahrhundert aufmacht", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, in Berlin. Alles andere als Gleichberechtigung sei "erneute Diskriminierung".
Bei einer Anschlagsserie auf sunnitische Ziele sind im Irak am Freitag mindestens 67 Menschen getötet worden. Beim schwersten Anschlag in Baakuba nördlich von Bagdad starben laut Medizinern allein 41 Menschen, als zwei Bomben vor einer Moschee explodierten.
Die Homo-Ehe ist in Frankreich offiziell in Kraft getreten. Das umstrittene Gesetz, das homosexuellen Paaren nicht nur das Recht zur Ehe, sondern auch das Recht zur Adoption von Kindern gibt, wurde am Morgen von Präsident François Hollande unterzeichnet und im offiziellen Gesetzesblatt veröffentlicht. Am Vortag hatte der Verfassungsrat eine Beschwerde der konservativen Opposition gegen das Gesetz abgewiesen und damit den Weg endgültig freigemacht, dass es in Kraft tritt.
Wegen des Bürgerkriegs in Syrien sind inzwischen fast sechs Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als 1,5 Millionen Syrer seien aus ihrem Heimatland geflohen, innerhalb der Landesgrenzen werde zudem von mehr als 4,25 Vertriebenen ausgegangen, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. Derweil brüskiert Russland den Westen mit neuen Waffenlieferungen an Damaskus, Streit gab es zudem um die Teilnahme Irans an der geplanten Syrien-Konferenz.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat in Israel zu einer Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses aufgerufen. Die Bundesregierung sei der Ansicht, "dass der Friedensprozess im Nahen Osten und die Arbeit an einer Zweistaatenlösung jetzt wiederbelebt werden muss", sagte Westerwelle in Jerusalem bei einem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Weitere Themen waren der Konflikt in Syrien und der Atomkonflikt mit dem Iran.
Im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess hat es in München mehrere offenbar rechtsextrem motivierte Angriffe gegeben. Eine Rechtsanwaltskanzlei, die eine Angehörige eines NSU-Opfers vertritt, wurde mit Fäkalien beschmiert, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Bereits zum wiederholten Mal wurden auch der Bayerische Flüchtlingsrat und ein linkes Wohnprojekt Ziel von Sachbeschädigungen.
US-Präsident Barack Obama hat einen neuen Chef für die Steuerbehörde IRS ernannt. Der hochrangige Finanzbeamte Danny Werfel werde die Behörde übergangsweise führen, teilte das Weiße Haus mit. Vorgänger Steven Miller musste am Mittwoch wegen der Affäre um die gezielte Überprüfung konservativer Oppositionsgruppen seinen Hut nehmen. In der Affäre um die Ausspähung von Telefondaten der Nachrichtenagentur AP stärkte Obama seinem Justizminister Eric Holder den Rücken.
Nach einer Reihe von Sexskandalen im Militär hat US-Präsident Barack Obama sexuellen Missbrauch in den Streitkräften als Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet. Das Vertrauen zwischen den Angehörigen der Streitkräfte sei deren größte Stärke, doch sexuelle Übergriffe untergrüben dieses Vertrauen, sagte Obama nach einem Treffen mit Militärvertretern im Weißen Haus. "Daher sind sie nicht nur ein Verbrechen, sind nicht nur beschämend und skandalös, sondern sie machen unsere Armee weniger effizient. Kurzum, sie sind gefährlich für unsere nationale Sicherheit."